Solaranlagen, Wasserkraftwerke und Klimaschutzprojekte: Mit diesen Massnahmen will Davos bis 2030 der erste klimaneutrale Ferienort der Schweiz sein. Schon jetzt wurden nachhaltige Projekte baulich umgesetzt.
Davos ist mehr als WEF, Spengler-Cup und Thomas Mann-Nostalgie: Davos Klosters Mountains wird zum Vorbild für nachhaltigen Wintersport. Mit dem Ziel, bis 2030 klimaneutral zu sein, wurden viele bauliche Projekte in Angriff genommen oder bereits realisiert.


Wasserkraftwerke auf dem Berg
Der Strom für die Bergbahnen stammt schon jetzt unter anderem aus eigenen Wasserkraftwerken. Die beiden Stauseen auf dem Jakobshorn liefern Wasser sowohl für die Energie der Bergbahnen als auch zur Beschneiung der Pisten. Während zehn Monaten erzeugen die Wasserkraftwerke rund 800’000 kWh Strom. Das entspricht etwa dem jährlichen Stromverbrauch von rund 400 Einfamilienhäusern. 2023 startet der Bau zu einem weiteren Kleinwasserkraftwerk am Rinerhorn.
Der Solar Masterplan
Eine weitere Energiequelle in den Bergen ist die Sonne. Um die Landschaft zu schützen, werden im Wintersportgebiet weitestgehend an bestehenden Gebäuden, wo es technisch möglich und sinnvoll ist, PV-Anlagen angebracht. Genutzt werden dafür Fassaden und Dächer der Bergbahnstationen, Bergrestaurants und anderen Betriebsgebäuden.

Alleine 2022 wurden zehn neue Solaranlagen installiert. So produzieren schon ab diesem Winter auf dem Jakobshorn zwei neue Photovoltaik-Anlagen erneuerbaren Strom, der für den Betrieb der Sessellifte eingesetzt wird. Zusätzlich wandeln 97 Solarpanels an den Fassaden der Skilifte Clavadeler Bubble und Jatz Quattro ab sofort Sonnenlicht in Strom um.
Weitere Solaranlagen an 40 Standorten sind geplant und im Masterplan der Davos Klosters Mountains festgehalten. Dafür ist in den nächsten fünf Jahren ein Budget von 10 Millionen Franken vorgesehen. Mit der Umsetzung des Projektes soll ein grosser Teil des benötigten Stroms der Bergbahnen selbst produziert werden – ein wichtiger Schritt für eine positive Energiebilanz und eine nachhaltige Zukunft.

Klimafonds Davos
Nebst den baulichen Projekten ist der «myclimate Klimafonds Davos» ein wichtiger Schritt in Richtung nachhaltiger Tourismus. Diese Initiative wird breit getragen, sowohl von den Behörden, dem Tourismus als auch dem Gewerbe. Finanziert wird der Klimafonds von touristischen und gewerblichen Anbietern sowie ihren Kunden mit freiwilligen Beiträgen.
Der Fonds wird wie folgt eingesetzt: Die Hälfte der Einnahmen werden in Klimaschutzprojekte in Graubünden, der Schweiz und weltweit investiert. Rund ein Drittel gehen in Massnahmen, die teilnehmenden Unternehmen hilft, ihre Betriebe nachhaltiger zu machen. Der Rest fliesst in Projekte vor Ort, die CO2-Emissionen reduzieren und gleichzeitig lokale Anbieter und das Gewerbe stärken sowie die Ressourcen vor Ort schonen.