«Moostempel», «Wolfshütte» oder «Rabennest» heissen die Waldhütten und Baumhäuser, die ein schwedisches Ehepaar in ihrem Wald gebaut hat und Erholungssuchenden zur Verfügung stellt. Hier findet man zurück zur Ursprünglichkeit der Natur.
Digital Detoxing, Slow Tourism oder kurz: Ferien von der Zivilisation findet man in den Wäldern am Visjönsee, unweit des Vätternsees. Urnatur ist eine Oase mit vier Baumhäusern und sieben Waldhütten; ein Ort, an dem man wieder zur Ursprünglichkeit zurückfindet.
Waldklausen
In den Waldhäusern, die von den Urnatur-Betreibern als «Waldklausen» bezeichnet werden, gibt es weder Strom noch Internet. Wenn es in den Lodges kalt wird, zündet man einfach ein Feuer im Ofen an. Und eine Kerze, wenn es dunkel wird.
Der Name Urnatur ist in dieser ganz speziellen Feriensiedlung wörtlich zu nehmen. In den Waldhütten sollen sich die Gäste von der Zivilisation erholen. Das fängt schon bei der Ankunft an. Das Gepäck muss selbst geschultert werden, um den Sehnsuchtsort zu erreichen. Aber es lohnt sich, wie die Kommentare der Gäste zeigen.

Erst nur ein Bauernhof
Angefangen hat alles damit, als der Förster Håkan Strotz und die Biologin und Designerin Ulrika Krynitz im Jahr 1993 den kleinen Bauernhof Sjögetorp übernommen haben. «Damals hatten wir noch keine Pläne für eine Waldklause. Es war die landschaftliche Schönheit, die uns hierher geführt hat.» Immer stärker wuchs bei Håkan und Ulrika aber das Interesse an Natur, Handwerk, Selbstversorgung und Ethnobiologie. So nahm das Projekt langsam Gestalt an: «Erst nur in Gedanken, später dann in der Praxis.»

Sturmholz für Hütten
Im Jahr 2003 wurde der erste Baum für die Haupthütte (Storstugan) gefällt. Die meisten Häuser entstanden dann aus Holz von Bäumen, die den zwei grossen Stürmen 2005 und 2006 zum Opfer fielen. Alle Häuser wurden von Håkan selbst entworfen und gebaut. Für die Inneneinrichtung und die Farbgebung ist Ulrika verantwortlich: «Es war eine Zusammenarbeit zwischen Yin und Yang.» 2007 eröffneten sie ihr nachhaltiges Ferienresort, wo die moderne Welt draussen bleiben muss.
Der Zeit voraus
«Niemand hat wirklich an das Projekt geglaubt. Kritiker sagten uns immer: ‹Die Leute brauchen ihr WC und ihren Fernseher›». Doch wie sich rausstellen sollte, hat das Bedürfnis nach naturnaher Erholung in den letzten Jahren stark zugenommen; heute ist Digital Detoxing in aller Munde und Slow Tourism ein Megatrend. Was für eine Ironie, dass ausgerechnet jener Ort, wo die Zeit stehen geblieben ist, der Zeit voraus ist.

Bilder: zur Verfügung gestellt von Urnatur





