In Schweden sind die famosen Hackbällchen so beliebt, dass das Nationalgericht einen eigenen Feiertag hat: den 23. August.
Köttbullar ist in der Schweiz wohl das einzige schwedische Wort, das alle kennen. Dabei sprechen es die meisten falsch aus. Richtig wäre «Schöttbullar». International berühmt geworden sind die Fleischbällchen mit der feinen Rahmsauce durch Ingvar Kamprads Möbelhaus aus Älmhult, das die Köttbullar in seinen Restaurants anbietet. Gemäss Ikea werden jährlich weltweit über eine Milliarde Köttbullar-Mahlzeiten verkauft.

Traditionelles Mahl
Es handelt sich allerdings nicht um eine Erfindung des Möbelhauses, sondern tatsächlich um ein schwedisches Nationalgericht. Traditionell werden Köttbullar an Familienfesten, aber auch an Weihnachten und Mittsommerpartys gegessen. Typisch schwedisch hat Köttbullar sogar einen Feiertag, den 23. August. Dieses Datum reiht sich ein in eine Fülle von leckeren Speisen, die im Spätsommer eigene Thementage haben, wie zum Beispiel Flusskrebse, Surströmming oder die Zimtschnecke.

Umstrittene Herkunft
Woher die leckeren Fleischbällchen kommen, darüber gibt es mehrere Theorien. Offiziell heisst es, dass der schwedische König Karl XII. (1682–1718) das Rezept aus dem Osmanischen Reich importiert habe. Ist das schwedische Nationalgericht am Ende gar ein türkisches? Historiker verneinen diese Theorie und geben an, dass es schon im 17. Jahrhundert in Schwedens Küchen Frikadellen gab. Wie auch immer: Kein Gericht verkörpert die schwedische Küche so sehr wie Köttbullar, selbst wenn es regional unterschiedliche Zubereitungsarten und Serviervorschläge gibt.

Wo gibt es die besten Köttbullar?
Es heisst, die besten Köttbullar Stockholms findest du bei «Meatballs for the People». Hier gibt es bis zu 12 verschiedene Sorten Hackbällchen aus regionalen Bio-Zutaten. In Göteborg ist das Restaurant «Smaka» im Stadtteil Vasastan bekannt für seine Köttbullar, serviert mit reichlich Kartoffelpüree, Preiselbeermarmelade und eingelegten Gurken. Wer in Malmö Lust auf traditionelle Köttbullar hat, dem sei das «Bullen» empfohlen. Diese historische Kneipe ist weitherum bekannt für ihre köstlichen Köttbullar mit Salzkartoffeln. Wer Lust auf die vegane Variante des Klassikers hat: Ikea bietet mit Plantbullar eine nachhaltige Variante aus Erbsenproteinen an.

Wenn du selbst original schwedische Köttbullar zubereiten willst, hier das Rezept für vier Personen.
Zutaten Fleischklösschen
2 EL Semmelbrösel
50 ml Sahne
1 Ei
1 EL konzentrierte Rinder-, Kalbs- oder Hühnerbrühe
1/2 fein gehackte gelbe Zwiebel
25 g Butter
500 g Hackfleisch, halb und halb
1 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
etwa 1,5 TL Salz
Butter zum Braten
Zutaten für Sauce
250 ml Doppelrahm
1,5 TL dunkle Sojasauce
250 ml Rinderbrühe (nicht konzentriert)
25 g Butter
1 EL Maisstärke zum Andicken der Sauce
Salz und Pfeffer je nach Geschmack
2 EL Preiselbeer- oder Kirschmarmelade
Als Beilage gibt es: Kartoffelpüree, Preiselbeermarmelade, gehackte Petersilie
Zubereitung
Für die Hackbällchen: Semmelbrösel, Sahne und Brühe mit dem Ei verrühren und etwa 5 Minuten ruhen lassen. Zwiebeln in der Butter weich braten und dann mit der Brühe vermischen. Salz, Pfeffer und Hack hinzugeben und alles mit den Händen oder einer Gabel vermengen. Tipp: Ein kleines Stück anbraten, um das Aroma zu probieren und falls nötig nachwürzen. Dann mit einem Esslöffel den Teig zu kleinen Kugeln rollen. Am besten die Hände mit Wasser anfeuchten, damit der Teig nicht an den Händen klebt. Die Hackbällchen goldbraun braten, bis sie durchgegart sind.
Für die Sauce: Rahm und Maisstärke vermischen und die Mischung zusammen mit der Brühe und etwas Sojasauce in die Pfanne geben, in der du die Hackbällchen gebraten hast. In der Pfanne verquirlen und ein paar Minuten kochen lassen. Mit Salz, Pfeffer und ein bisschen Marmelade abschmecken.
Die Hackbällchen in die Sauce geben und mit Kartoffelpüree, Preiselbeermarmelade und etwas gehackter Petersilie bestreut servieren.

Titelbild: Magnus Carlsson/imagebank.sweden.se