Jetzt reicht es auch den Schweden, dass unsere beiden Länder immer miteinander verwechselt werden. Ein humorvolles Video ruft nun dazu auf, klare Grenzen zu ziehen, auch wenn die Argumente der Schweden zum Teil etwas hinken.
Weil immer noch viele Menschen auf der ganzen Welt Schweden mit der Schweiz verwechseln, wendet sich die schwedische Tourismus-Organisation «visitsweden» mit einem Aufruf an die Schweizerinnen und Schweizer, eine Initiative zu unterzeichnen, die eine klare Unterscheidung der Länder fordert.
Im Video wendet sich eine Schwedin mit ernsthaftem Gesicht mit einem Appell an die Welt, ein für allemal den Unterschied zwischen Schweiz und Schweden zu klären. Selbstverständlich ist die Abgrenzung auf humorvolle Art zu verstehen. Wir nehmen die Aufforderung an und kontern mit Gegenargumenten – ebenfalls nicht ganz ernst zu nehmen.
Banken vs. Sandbänke
Wir Schweizer haben Banken, die Schweden haben Sandbänke, heisst es im Video. Auch wenn der Vergleich ein bisschen hinkt, gibt es auf einer Küstenlänge von 48 000 Kilometern Länge, bei 30 000 Schären und über 100 000 Seen bestimmt mehr Sandbänke in Schweden als in der Schweiz. Ob die Anzahl der Banken in Schweden jedoch kleiner ist als in der Schweiz, gilt es anzuzweifeln. Punkt für Schweden.

Jodeln vs. Stille
Da, wo gejodelt wird, ist Stille die Leinwand, auf der Folklore-Künstler ihr Instrument spielen. Stille gibt es in den Schweizer Bergen und Tälern mehr als genug, vom Alpstein bis zu den Walliser Alpen. Und wenn die Stille durch Alphörner oder den Alpsegen der Sennen unterbrochen wird, tönt dies so magisch und meditativ wie die Glocken der Kühe auf den Alpen. Sowohl in Schweden als auch in der Schweiz gibt es einzigartige Übernachtungsmöglichkeiten, die nicht weiter von der Zivilisation entfernt sein könnten. Punkt für beide Länder.


LSD vs. Nordlichter
Vielleicht hat Albert Hofmann ja auch magische Lichter gesehen, als er am 19. April 1943 auf dem Fahrrad seinen ersten LSD-Trip dokumentierte. Die Erfindung des Basler Chemikers steht dennoch in keinem Vergleich zur Magie, die sich jeweils während den Wintermonaten am Himmelszelt über Schweden abspielt. Während Farben und Formen beim LSD nur Illusion sind, ist die Realität der Polarlichter fast schon illusorisch schön. Die Nordlichter können von September bis April erscheinen. Punkt für Schweden.

Traditionelle Trachten vs. Fashion Trends
Auch wir Schweizer haben coole Mode-Labels, die vielleicht nicht so trendig sind, dafür von hoher Qualität und Nachhaltigkeit. Da leider auch eines der grössten Fast-Fashion-Labels aus Schweden stammt, gehört dieser Punkt der Schweiz.

Luxus wie Uhren vs. Luxus in der Natur
Natur gibt es auch in der Schweiz. Mehr noch: Es gibt in der Schweiz keine richtige Grossstadt, sondern nur kleine Städte und Siedlungsgebiete. Ruhe und Entspannung findet die Schweizerinnen und Schweizer innerhalb von wenigen Minuten. Diesen Luxus kann hierzulande jede/r erleben, während Luxus-Uhren auch in der Schweiz nur in den teuren Metropolen erhältlich sind. Wahrscheinlich etwa so wie in Schweden auch. Punkt für beide.

Schweizer Berge vs. schwedische Berge
Wenn Schweden von ihren Bergen schwärmen, können wir das gut verstehen. Denn auch wir lieben die Berge, die hier einfach viel höher sind. Punkt für die Schweiz.
Punktestand: unentschieden
Auch wenn beide Länder zwar grundverschieden sind, haben sie dennoch viele Gemeinsamkeiten, wie zum Beispiel die Liebe zur Natur. Und dass beide Länder besonders gerne Volvo fahren.

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